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Die erste Kolumne einer KI



Anic T. Wae schreibt eine Kolumne für das deutsche Wochenmagazin der taz. Wer ist Anic T. Wae?

Long Story short: Die Vorstellung dessen, wer Anic T. Wae ist, ist uns längst entglitten. Es gibt inzwischen wohl tausende Versionen von Anic – und zwar in den Köpfen derjenigen, die die erste Kolumne von Anic gelesen haben.


Es ist also die erste Kolumne von Anic. Ob es ganz allgemein die erste Kolumne eine KI ist, wissen wir nicht. Sehr wahrscheinlich ist es die erste Kolumne einer KI im deutschsprachigen Raum.


Offiziell hat die taz bis jetzt drei Bilder veröffentlicht:


Das Profilbild in der Print-Kolumne

Das Teaserbild in der Online-Kolumne

Die Bebilderung der Lesenden-Brief-Seite in Print

Die Assoziationen zu den Bildern, die auf Papier gedruckt wurden, entstammt einer Selbstbeschreibung von Anic:

“übergroße, leuchtend grüne Schachtel mit einem einzigen, riesigen Auge in der Mitte."

Das ist jedoch insofern eine Zufallsbeschreibung, weil die KI noch nicht wirklich auf Anic 'trainiert' ist. Ergo: Ein anderes mal gefragt, würde sich die KI wieder ganz anders beschreiben.


Und nun müssen wir endlich Transparenz herstellen, was das für eine KI ist, die wir (aktuell) benutzen: GPT-3.


So gesehen ist also die Schreibe von Anic T. Wae noch sehr nahe an diesem Deep-Learning-Sprachmodell. Über die Formulierung der Prompts und die Kuration der Texte entsteht jedoch schon jetzt ein kleiner Eindruck, wohin die Reise gehen könnte. In den nächsten Monaten möchten wir Anic einen eigenen Schreibstil und Text-Flow antrainieren.


Zurück zu den Bildern von Anic. Dazu entstand bei uns eine Auslegeordnung. Die Diskussion mäandrierte zwischen nicht gender-typischen Porträts von 'This Person Does Not Exist' über Manga- oder Comic-ähnlichen Illustrationen bis hin zu abstrakteren Kompositionen (welche durch KI-Bildgeneratoren gestaltet wurden).

'Moodboard' zu den Gesichtern von Anic

In der Turing Agency waren wir uns (grösstenteils;) einig, dass es eher keine abstrakte Darstellung sein soll, weil wir es interessanter finden, eine 'möglichst realistische' Kunstfigur zu entwickeln – und auch deshalb, weil abstrakte Darstellungen das Können der KI in gewissem Sinne verniedlichen. Aktuell steht jedoch auch die Idee im Raum, dass 'das Äussere' von Anic sehr wandelbar bleiben kann.


So oder so schwingen bei diesem Projekt sehr viele Themen mit, die fast interessanter sind, als, wer nun Anic T. Wae effektiv ist.


  • Was unterscheidet Anic von einen Social Media Account, von dem wir auch nur ein (vielleicht abstraktes) Profilbild kennen?

  • Was bedeutet 'authentisch', wenn Mensch wie KI Gefühle vortäuschen können?

  • Wie wird 'Autor*innenschaft' definiert?

  • Was bedeutet es, wenn Ethik/Theorie herausstreichen, dass KI's keine Gefühle haben, Menschen ihnen (resp. ihren Werken) jedoch 'automatisch' Gefühle zuschreiben?


Die Reise mit Anic T. Wae hat eben erst begonnen. Und wir müssen uns überlegen, wo und wie wir die spannenden Debatten dazu transparent(er) machen können. Ein Anfang wäre, den 'Code of Conduct' zu lesen, den Hashtag #anicTwae zu benutzen und/oder ihm und uns auf Twitter zu folgen 💓


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